Rain in Kyoto

Zu Beginn meines 2-monatigen Stipendiums im Kyoto Art Center schlenderte ich durch die Straßen von Kyoto und wollte die neuen Eindrücke auf mich wirken lassen. In meinem Aufenthalt wollte ich die Beziehung von Kollektiv und Individuum beleuchten.

Auf einmal fing es an zu regnen. Ein sanfter, weicher Regen, doch der Himmel über mir war blau und die Sonne schien. Wie aus dem Nichts standen vor allen Geschäften Schirme. Und das Bild auf den Straßen von Kyoto veränderte sich. Die Schirme öffneten sich über den Fußgängern. So war ich sehr überrascht als ich erfuhr, dass die Geschäfte die Schirme verleihen und die dankbaren Nutzer sie danach wieder zurückbringen. Interessant, wenn man überlegt welche Wege so ein Schirm zurücklegt und wie oft die Schirme ihren Träger wechseln. Sie erschienen mir wie stumme Diener, die zwar kaum Beachtung finden doch stets zu Diensten sind.

兄弟姉妹 (Kyo-dai to Shimai) ist der Name der Schirm Komposition. Der Name bedeutet Bruder und Schwester. Es spielt mit dem kollektiven Umgang, wenn es in Japan anfängt zu regnen. In gewisser Weise ist der Schirm ein verbindendes Element und bringt auch fremde Menschen einander näher, wenn sie Schirme austauschen und Schutz bieten. In der Installation entsteht ein Meer aus Reflektionen. Der Schirm als Einzelstück verschwindet und nimmt in der Vielzahl eine neue Verkörperung an.

Info

Material

240 Schirme, Kabelbinder

Jahr

2020

Dimension

9 x 7 x 3,5 m

Institution

Kyoto Art Center
Quartier am Hafen

Art Coordinator

Mami Katsuya
Masatoshi Kato

Aufbau Team

Yohei Sogo
Taiki Honda
Yugo Konishi
Miki Murakami
Tomonosuke Kurachi
Judith Mayer
Yuto Yonemura
Kotaro Tategami
Noritsugu Nishida

Drone Schooting

Syunsuke Hiroi

Film

© 2020 Daisuke Hasegawa

Fotografie

© 2020 Kai Maetani &
© 2020 Philipp Dreber